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Altstadtringtunnel (ART)

Sanierung / Neubau innerstädtischer Tunnel inklusive Rampen und Wiederherstellung der Oberfläche

Bild: Maximilian Dörrbecker (CC Lizenz)

Der Altstadtringtunnel ist ein Bestandteil der innerstädtischen Ringstraße der Landeshauptstadt München und umschließt das städtische Zentrum. Er wurde im Jahr der Olympiade 1972 für den Verkehr freigegeben. Der ART beginnt westlich der Ludwigstraße, an der Kreuzung des Oskar-von-Miller-Rings und der Gabelsbergerstraße. In östlicher Richtung fließt der Verkehr dreispurig, der zweispurige Haupttunnel führt auf die Prinzregentenstraße in Richtung Osten, der einspurige Seitenarm folgt dem Altstadtring und schließt auf Höhe der Staatskanzlei an den Franz-Josef-Strauß-Ring und dann weiter an den Karl-Scharnagl-Ring an. In westlicher Richtung verläuft der Tunnel zwei- bzw. dreispurig. Eine einspurige Zufahrt von der Von-der-Tann-Straße erlaubt die Zufahrt vom Altstadtring. Der Haupttunnel hat eine Länge von 610 m. Am 04.12.2014 wurde das Ingenieurbüro Schönenberg+Partner (Rechtsnachfolger: Schönenberg Ingenieure Projekt GmbH) mit den Ingenieurleistungen für den Um- und Neubau der Verkehrsanlagen beauftragt.

Größe der neu- oder umgebauten Verkehrsfläche

Die Verkehrsflächen des Projektgebietes für den Neu- bzw. Umbau liegen bei ca. 47.000 m² an der Oberfläche und ca. 13.000 m² im Tunnel.

Mehrstreifige Straße mit getrennten Richtungsfahrbahnen

Der Oskar-von-Miller-Ring wird zwischen der Brienner Straße und der Gabelsbergerstraße mit bis zu sechs Fahrstreifen (drei je Fahrtrichtung) ausgebaut und mit einer Mittelmarkierung (doppelter Schmalstrich) getrennt. In der Von-der-Tann-Straße ist westlich der Ludwigstraße eine 2,00 m Breite Mittelinsel zur Trennung der zwei bzw. drei Richtungsfahrbahnen vorgesehen.

Der Planungsumgriff der Verkehrsanlagen umfasst
im Wesentlichen:

  • Anpassung der Fahrbahnquerschnitte im Tunnel
  • Umbau der westlichen Tunnelrampe (unter anderem Gradientenanhebung)
    des ART mit Neubau der nördlichen Rampenwand
  • Schaffung der neuen Nord-Südverbindung für den Oberflächenverkehr
    (Ludwigstraße / Oskar-von-Miller-Ring)
  • Umbau der Gabelsbergerstraße in der Variante Mittellage
  • Umbau der Tunnelrampe Von-der-Tann-Straße samt Umprofilierung der
    Von-der-Tann-Straße um dort eine geeignete Radverkehrsanlage anzulegen
  • Den Bestandsorientieren Umbau des Knotens Oskar-von-Miller-Ring / Brienner Straße
    (Platz der Opfer des Nationalsozialismus)
  • Bau von Radverkehrsanlagen entlang des Oskar-von-Miller-Ring sowie der
    Von-der-Tann-Straße und der Gabelsbergerstraße
  • Planung der Verkehrsführung während der Bauzeit für die Ertüchtigung des
    bestehenden Tunnelbauwerks
  • Planung der Verkehrsführung während der Bauzeit für die endgültige Herstellung der
    übrigen Verkehrsflächen

Knotenpunktsausbildung

Alle beplanten Knoten im Bereich des ART sind komplexe Knotenpunkte im innerstädtischen Zentrum der Landeshauptstadt München. Durch die eng angrenzenden repräsentativen Gebäude und die Bushaltestellen im Umfeld liegt ein hohes Fußgängeraufkommen vor. Der südliche Beginn des Englischen Gartens schließt direkt an die Planungsmaßnahme an.

Der Knotenpunkt Oskar-von-Miller-Ring / Gabelsbergerstraße ist eine fünf armige Verknüpfung mit mehreren Verkehrsinseln zur Fuß- und Radwegquerung sowie mit Fahrbahnteilern zur räumlichen Abgrenzung der Verkehrsströme. Die Gabelsbergerstraße schließt mit insgesamt fünf Fahrstreifen an den sechsstreifigen Oskar-von-Miller-Ring an, der im westlichen Teil als Anschlussrampe zum Tunnel ausgebildet ist. Beidseitig der Anschlussrampe sind Einrichtungsfahrbahnen zur oberirdischen Verkehrsführung vorgesehen.

Planung der Oberflächentwässerung

Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung ist eine direkte Versickerung des anfallenden Niederschlagswasser der Verkehrsflächen über den anstehenden Kies in das Grundwasser nicht möglich. Die Straßenabläufe wurden entsprechend des Höhenverlaufs geplant und auf die Leistungsfähigkeit überprüft. Zur Ermittlung wurde ein Lageplan mit Darstellung der Einzugsflächen erstellt. Um die Belastung des Münchner Kanalnetzes möglichst zu minimieren werden die Gehbahnbereiche, soweit sie außerhalb des Sprühnebelbereichs liegen, in angrenzende Grünflächen bzw. Baumgräben entwässert. Die Planung wurde mit der Münchner Stadtentwässerung abgestimmt und freigegeben.

Einbindung von Ingenieurbauwerken

Im Zuge der Generalsanierung des ART müssen zahlreiche Ingenieurbauwerke saniert oder neu errichtet werden. Neben dem komplexen Tunnelbauwerk, welches in die Planungen mit einbezogen und angeschlossen wurde, waren auch die aufwendige Herstellung einer Mittelwand sowie die Nachrüstung von Löschwasserkammern mit zu berücksichtigen. Rampenwände wurden teilweise in veränderter Lage neu erstellt um an der Oberfläche ausreichend Platz für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen.

Koordinierung Spartenverlegung

Es erfolgte eine Koordinierung der komplexen Spartenverlegungen im Zusammenhang mit dem Um- und Neubau der Verkehrsanlagen und in Verbindung mit dem Ingenieurbauwerken (bestehende und neue Spartenleitungen) im gesamten Projektgebiet.

Verkehrsführung zur Bauzeit

Für die Baumaßnahme ART wurde in der Planungsphase die Verkehrsführung während der Bauzeit geplant. Es erfolgen mehrfache Umlegungen der Verkehrsführung in den Hauptverkehrsstraßen. Die Verkehrsbelastung liegt im Oskar-von-Miller-Ring deutlich über ca. 30.000 Kfz/24h.

Erbrachte Leistungsphasen gem. § 47 HOAI

  • HOAI § 47, Lph 2 Vorplanung, 12/2014 bis 04/2015 (abgeschlossen)
  • HOAI § 47, Lph 3 Entwurfsplanung, 02/2015 bis 03/2016 (abgeschlossen)
  • HOAI § 47, Lph 4 Genehmigungsplanung,
  • Spartenfahren, 07/2015 bis 08/2015 (abgeschlossen)
  • HOAI § 47, Lph 5 Ausführungsplanung, 03/2016 bis 07/2017 (weitestgehend abgeschlossen)
  • HOAI § 47, Lph 6 Vorbereiten der Vergabe, seit 07/2017